Deviant Syndrome – Inflicted Deviations

Deviant Syndrome - Inflicted DeviationsGenre: Death Metal

Punkte: 7/9

Laufzeit: 42:53

VÖ: 24. Juni 2011

Yesss. Endlich mal wieder eine Scheibe die vom ersten Moment an richtig kickt. Deviant Syndrome spielen eine schnelle, melodische Variante des Todesblei und beherrschen ihr Handwerk – kein Zweifel. Für die Russen ist “Inflicted Deviations” ihr Erstling (nach der 2007er Demo), und ob der gebotenen Qualität kann man nur sagen: “Wurde verdammt nochmal höchste Zeit!”.

Schon der Opener “Blessing the emptiness” feuert aus allen Rohren und macht schnell klar daß Weichspüler nicht auf der Einkaufsliste steht.
Halsbrecherische Leads und eine fleißige Basedrum fegen den Staub aus den Kalotten und erinnern an Genregrößen wie Children of Bodom.

“Entire  cosmic elements” macht im gleichen Stil weiter, nicht ohne ausgiebig die Melodiefraktion zu bemühen und eine Bilderbuchsolo vom Allerfeinsten abzufackeln. Auf hohem Niveau, das Gaspedal meist knapp übe dem Bodenblech, setzen die Jungs auf eingängige Songs, ohne sich zu sehr zu verfrickeln, bleiben stets schlüssig und lassen den Hörer nicht ratlos inmitten abstruser Klanggebilde zurück.

Melodic Death Metal – mir macht’s immer wieder Spaß. Dabei verwandelt die richtige Mischung aus Härte und Melodie gewöhnliches, solides Handerk in ein Kleinod und lässt aufhorchen, auch wenn sich im entsprechenden See schon mehr als genug Fische tummeln. Deviant Syndrome gehören zu eben jener Gattung die es mühelos schafft, über eine knappe Dreiviertelstunde fesselnde Mucke abzuliefern, die – trotz einer überschaubaren Anzahl an Grundzutaten und wenig Abwechslung im eigentlichen Sinne – mit jedem neuen Song immer wieder gnadenlos Angriffe auf die Halswirbel fliegt und bis zur letzten Sekunde die Hand an die Luftgitarre fesselt.

Mein Favorit: das neunminütige Epos “Liberation”, welches hier und da mit progressiven Elementen spielt und grandiose Brettarbeit bietet.

Neben der einwandfreien Instrumentalperformance sind die Jungs mit George Shchelbanin auch vocaltechnisch bestens aufgestellt – Wiedererkennungswert mittel, aber nichtsdestotrotz absolut stimmig und souverän in jeder Lebenslage.

Diese Scheibe macht die Anlage fit für den Sommer, indem alles an die Luft gesetzt wird was keine Miete zahlt und die morschen Membranen endlich wieder was zu tun bekommen. Da kann unterm Strich nur ein “Sehr Gut” bei rauskommen. Klasse!

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