Konzertbericht: Marshmelones, One Without, Marionette und Dead by April im Backstage (München) am 15.12.2011

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Der Donnerstag avanciert so langsam zum Highlight Tag in der Woche. Letzte Woche Toxic Holocaust und nächsten wartet Arch Enemy. Diese Woche gab es jedoch jede Menge Metal der modernen Art.

Es spielten der Reihenfolge nach im Backstage:

- Marshmelones

- One Without

- Marionette

- Dead by April

Da verwunderte es auch nur wenig, dass das Publikum überwiegend sehr jungen Alters war. Der Schnitt dürfte wohl irgendwo bei 18 Jahren gelegen haben.

Die folgenden drei Stunden verlangten jedoch auch jede Menge Kraft und Energie. Es war sehr deutlich, das jede Band hochmotiviert war und einfach eine verdammt gute Show abliefern wollte.


Marshmelones

_DSC0523_webDen  Anfang machten die deutschen Marshmelones – und zwar 15 Minuten zu früh. Statt 20 Uhr legte die Band schon um 19:45 los. Daher war der Saal doch noch etwas leer. Unbeeindruckt von dieser Tatsache lieferten Marshmelones einen sehr geilen Auftritt hin. Ist es doch immer etwas anspruchsvoller den Opener zu spielen und den Leuten klar zu machen, das hier und jetzt der Bär steppen sollte.

Dies gelang doch recht gut, auch wenn noch nicht soviel Bewegung zu spüren war. Aber immerhin war der Blick bereits nach vorne gerichtet auf die Bühne und es füllte sich merklich im Backstage.

Alles richtig gemacht, eine gute Show abgeliefert und schon mal ordentlich vorgeheizt.

One Without

_DSC0530_webNach einer sehr kurzen Umbaupause folgte One Without und jede Menge Melodic Death Metal. Die Göteborger Band machte ordentlich Dampf, auch wenn dies noch nicht so recht fruchten wollte. Sängerin Catrin verleiht den Songs zwar diese typischen Symphonic/Gothic Elemente ohne diese jedoch voll auszuspielen. Vor allem blieb ihr Gesang immer deutlich hinter den Instrumenten zurück. Dies wurde erst ab etwa der Hälfte des Konzerts besser, als der Tonregler wohl hochgestellt wurde.

Dennoch fanden sich schon zwei im Publikum, die ordentlich Violent Dancing aufführten und sich dafür auch genügend Platz sicherten. Die Band ließ sich davon jedoch nicht ablenken und ratterte souverän ihre Programm herunter. Teilweise gab es begleitendes Klatschen zu den Songs, aber dies blieb eher die Ausnahme. Nach etwa 30 Minuten war dann auch schon wieder Schluss. Ein ordentlicher Auftritt ohne jedoch nennenswerte Steigerung zu der Vorband.

Marionette

_DSC0672_webWir führten kurz vor dem Auftritt mit der Band ein Interview. Kaum eine Stunde später waren die Jungs kaum wieder zu erkennen. Dieser an Visual Key angelehnte Style ist ein Markenzeichen von Marionette. Einer junger schwedischen Band, die mindestens genauso ehrgeizig wie auch talentiert sind.

Zum Beginn der 40 minütigen Show war die Halle schon ordentlich gefühlt. Dennoch ist schnell klar geworden, das die Mehrheit nicht auf diese Band gewartet hatte. Aber das machte auch gar nichts, den die Truppe ist derart motiviert, das auch im letzten Eck noch ordentlich Stimmung ankam. Sänger Alex irrte ununterbrochen auf der Bühne umher um schrie sich dabei verzweifelt die Seele aus dem Leib.

Ein heißer Kandidat für den besten Song des Abends ist sicherlich “Remember Your Name” vom neuem Album “Nerve” – welches auch bei unserer Kritik sehr positiv abschnitt. Düster, melancholisch und voller Selbstzweifel gepackt präsentierte die Band einen Song, der unter die Haut ging. Die Halle wurde dabei von den Scheinwerfern blutrot getränkt. Die vereinzelt auftauchenden Feuerzeuge in der Menge hatten zwar was klischeehaftes, störten aber nicht weiter. Stilistisch lässt sich die Band wohl noch am ehesten im Death Metal einsortieren. Wobei dies nur bedingt passt. Viele Core-Elemente und weitere Einflüsse machen eine Klassifizierung nahezu unmöglich.

_DSC0736_webAnsonsten war die Titelauswahl sehr ausgewogen. Gespielt wurde alles von den ersten drei Alben. Ausfälle fanden sich keine in der Setlist, sodass die Stimmung trotz der relativen Unbekanntheit am Kochen war. Gespielt wurde ohne großes Gerede, nicht mal die Mitglieder wurden vorgestellt.

Ein Song jagte den Nächsten und so hieß es Vollgas voraus. Dabei stets mit ordentlichen Drang zum headbangen. Mittlerweile wurde aus der zweier Gruppe an Violent Dancer ein Mob von fünf bis sechs, die sich durch brachiale Gewalt den Platz “erkämpften”. Verletzt wurde aber scheinbar niemand dabei.

Ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, das Marionette in Zukunft wohl noch deutlich präsenter sein dürften. Hier ist definitiv Potenzial vorhanden. Und so wie man die Band kennt, dürften sie schon bald wieder in München zugange sein, war es doch schon der vierte Auftritt innerhalb von fünf Jahren.

Sehr geil Jungs und Danke für das verdammt unterhaltsame Interview!

Dead by April

_DSC0807_webAls Bassist Marcus die Bühne als erster betrat, brach schon fast eine Hysterie aus in der Halle. So etwas erlebt man auch nur selten im Backstage. Fast schon etwas unerkannt fabrizieren Dead by April seit 4 Jahren eine Mischung aus Modern Metal und Nu Metal. Das Markenzeichen ist vor allem das Duett am Gesang: Jimmie sorgt für einen brutalen, alles vernichtenden Scream, während sich Zandro eher für die softeren Parts zuständig fühlt. So jagen sich die beiden Sänger geradezu gegenseitig in den Songs.

Auch hier ging es wieder sofort Vollgas los. Der Sound war – gefühlt – sogar noch etwas kräftiger und lauter als bei den Bands zuvor. Den Einstieg bildete “Two Faced”, das fast ohne Outro von “Too Late” abgelöst wurde. Erst nach dem Song “Lost” war etwas Zeit um durch zu schnaufen. Es gab eine kurze Einführung des Drummers durch Jimmie als es schon wieder weiter ging.

Der Violent Dacing Pit wuchs mittlerweile auf eine beachtliche Größe an und auch der Aufruf zum Circle Pit blieb nicht ungehört. Erstaunlich wie wenig Platz für einen solchen Circle Pit doch benötigt wird.

Von diesem Adrenalin-Kick völlig berauscht stürmten gar noch zwei Mitglieder der Vorband Marionette auf die Bühne. Nach einem kurzen Intermezzo mit Dead by April und kräftigen headbangen wagte einer gar noch einen völlig übermotivierten jump in die Menge. Das angedachte crowdsurfen erwies sich jedoch schwieriger als erwartet. Das ging wohl alles etwas zu schnell und auch der Sprung war schon sehr steil – so kam es dass das Auffangen leider nicht glückte und Bassist Mikael (nicht ganz sicher, das er es war – die Sicht war suboptimal) mit dem Kopf voran den Boden küsste. Dem kurzen Schockmoment folgte ein beschwichtigendes mit den Armen umher wedeln. Glück gehabt!

_DSC0834_webWährenddessen ging es ohne Pause weiter. Kurz vor dem Ende des Konzerts zerrte Zandro gar noch ein Mädel auf die Bühne, die zuvor schon so manchen Handabschlag errang. Nach einem kleinen Gesangsduett zwischen Fan und Sänger gab’s noch ein Küsschen auf die Wange und danach ging es zurück ins Publikum.

Den Abschluss bildete “Within My Hear” und die anschließenden “one more song”-Rufe blieben unerhört. Es gab noch eine kurze Verabschiedung und das war’s.

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