Konzertbericht: Fear The Plague und My Autumn im Backstage (München) am 02.02.2012

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Sehr undergroundig ging es am Mittwoch im Backstage Club zu. Den Anwesenden erwartete zuerst eine Breitseite undestillierten Death Metal der Lokalband FEAR THE PLAGUE, die anschließend von den Russen MY AUTUMN zumindest härtetechnisch mit ihrem Mathcore um ein Level übertrumpft wurden.

Wer von Metalcore und Melodic Death Metal schon längst nicht mehr geflasht wird und wer sich nach Metal in Reinform sehnt, derjenige machte an diesem Abend nicht viel falsch bei den beiden Bands.

MY AUTUMN sind dabei mit ihrem neuen Longplayer “Oblivion Era” am Start und reisen zur Beglückung des Kontinents durch Europa. Supportet werden Sie dabei von verschiedenen Lokalbands. Eine beachtliche Leistung, bedenkt man, das die Russen ohne festes Label im Hintergrund unterwegs sind!


Spread The Plague

Den Start machten die Münchner von Spread The Plague. Nachdem verschiedene Quellen scheinbar fälschlicherweise 20 Uhr als Startzeit propangierten, ging es tatsächlich erst um 21 Uhr los. Der Club im Backstage bietet etwa 100 Leuten Platz, wobei knapp 50 Metaller und Nicht-Metaller anwesend waren.

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Kaum zu übersehen war dabei die eigene Fanbase in den vorderen Reihen, die kräftig am Fotos knipsen war und auch deutlich beweglicher erschien als die hinteren Reihen.

SPREAD THE PLAGUE spielen eine interessante Mischung aus Death Metal und ungefilterten Hardcore. Besonders Sänger Ilja schien dabei besonders motiviert zu sein und machte nicht selten einen kleinen Abstecher ins Publikum um ein paar Runden zu drehen. Da blieb schon mal das Mikrofon auf halber Strecke liegen. Aber auch der Rest der Band machte eine solide Vorstellung wirkte Live-erprobter als es die Ankündigung (“wir waren das letzte mal im frühen Herbst im Backstage! Geil wieder hier zu sein!”) vermuten lies. Dabei erinnerte Sänger Ilja irgendwie an Tim Lambesis von As I Lay Dying. Genau so hätte ich mir den US-Screamer in jungen Jahren vorgestellt. Starke Präsenz und eine verdammt kräftige Stimme. Aber auch der Sound schien bei den ersten Songs durchaus von der US-Metalcore Größe inspiriert zu sein. Gelungene Breaks und Melodienbögen, die man sich auch gut bei AILD vorstellen könnte. Jedoch ohne imitiert zu wirken und dabei immer zwei Gänge rauer und unverfälschter!

Soundtechnisch war es mal wieder nur mittelmäßig, aber das ist man ja mittlerweile vom Club gewöhnt – ebenso das kurze Versagen der Technik überraschte wenig. Nichts desto trotz sangen einige kräftig mit und durften auch den ein oder anderen Satz ins Mic screamen. Zum Schluss hin wurde das Publikum allen Anschein nach etwas müder, was die berechtigte Frage von Sänger Ilja aufrief: “Schlaft ihr schon?!”. Ganz sicher haben die ersten Reihen nicht geschlafen, und auch die hinteren waren voll konzentriert, auch wenn man dies nicht sofort erkannte. Gegen 21:40 Uhr war dann schon wieder Schluss. Geiler Auftritt, einer sehr talentierten Band!

Beispiel gefällig? “New Era” vom Demotape 2010:

Spread The Plague – New Era

 

My Autumn

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Nach einer etwas längeren Umbaupause ging es um kurz nach 22 Uhr mit MY AUTUMN weiter.

Und zwar Vollgas! Brutaler Mathcore, der absolut verdient auch das Synonym Chaoscore trägt. Sänger Pavel zeigt sofort wo der Hammer hängt und forderte alle auf nach vorne zu kommen und ordentlich abzupogen. Erste Aufforderung verpuffte allerdings eher wirkungslos, während zweitere ihre Wirkung nicht verfehlte. Sehr heftige Riffs und Breaks jagten eine volle Stunde durch den Club und dürften bei etlichen kurzzeitig die Herzfrequenz geändert haben.

Nur der etwas aufdringliche Nebel der Nebelmaschine sorgte für etwas Unmut – vor allem bei der Band selbst. “Can you stop this fucking fog?” ging Richtung Technik. Danach wurde es auch deutlich klarer im Club. Die etwa 50 Leute waren nun auch schon deutlich beweglicher als noch zum Beginn der Veranstaltung und der Pogo vor der Bühne sah so manches mal gefährlich aus. Aber auch MY AUTUMN ließen die Fans kräftig mitsingen – teilweise gar bis zu drei “Gastsänger” zugleich.

Zum Schluss hin wurden die Songs immer chaotischer und ließen jegliche Melodie vermissen. Das war für meinen Geschmack schon fast etwas zuviel des Guten und wirkte eher als hätten alle Mitglieder Band zeitgleich verlernt ihre Instrumente zu bedienen. Aber das muss wohl so. Zumindest wurde nach dem letzten Song noch kräftig “One more Song!” gefordert, welcher auch sogleich geliefert wurde. Um 23 Uhr war dann aber wirklich Schluss und ein gelungener Abend mit viel Extrem Metal endete.

Der Gerechtigkeitshalber auch hier noch ein Video zum Besten:

My Autumn – The Lost Meridian

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