Konzertbericht: Skies Collapse, Gravity Lost, Pathways und Marshmelones im Feierwerk (München) am 11.02.2012

_DSC0471_filtered_webIm Feierwerk gab es am Samstag mal wieder ordentlich was zu feiern. Die Münchner Truppe von Marshmelones zelebrierten die Veröffentlichung ihres neuen Werkes “Smile and Die”, das irgendwo zwischen einer EP und einem Album angesiedelt ist. Unterstützung fanden Sie dabei in den ebenfalls aus dem Hardcore Bereich stammenden Münchner Bands Skies Collapse, die den Opener Part übernahmen, Gravity Lost und Pathways.

Das versprach jede Menge Hardcore und wir sollten auch nicht enttäuscht werden. Nicht unbedingt für die härtere Musik bekannt, kann München doch mittlerweile einige talentierte, junge Bands präsentieren. Umso schöner wenn einige davon sich zusammenfinden um einfach gute live Musik zu spielen.

Wir nutzten die Gelegenheit im Anschluss noch, um mit einigen Bands noch ein bisschen zu quatschen.

Skies Collapse

_DSC0447-2_filtered_webSeit mittlerweile vier Jahre aktiv hat die Band Skies Collapse so einige Veränderungen bereits durchlebt. Die jüngste dürfte die Neubesetzung am Mikrofon mit Dani sein. Trotz diesem unstetigen Umfeld boten Skies Collapse einen astreinen Auftritt ab, in welchem besonders Sänger Dani viele Emotionen hineinfließen lies. Da das Publikum noch etwas unbeweglich in den hinteren Reihen abwartete und noch etwas Zeit benötigte um zu realisieren, dass es bereits losging, nutze Dani ganz einfach den freien Raum vor der Bühne.

So absolvierte er wohl beinahe den kompletten Auftritt vor – statt auf – der Bühne und verlieh so manchen Songs eine extreme Intensität. Die restliche Band entschied sich hingegen dann doch eher auf der Bühne zu verharren. Durch einen sehr lebendigen Auftritt und einer ausgesprochen guten Musik hinterließen die Ebersberger einen Eindruck mit viel Potenzial. Besonders wenn man bedenkt, dass dies erst der zweite Liveauftritt überhaupt gewesen sein soll, wie die Jungs nach dem Konzert verritten. Da gibt es unzählige etablierte Bands, die nicht halb soviel Motivation und Engagement investieren wie Skies Collapse.

Der Auftritt an sich dauerte wohl nur eine knappe halbe Stunde, viel mehr Material wäre aber wohl sowieso nicht vorhanden gewesen. So besitzt die Band bislang noch kein vollständiges Album, sondern eher lose Songs. Diese handeln beinahe ausschließlich über persönliche Erlebnisse von Dani, ausgenommen eines allgemeinen gesellschaftskritischen Tracks. Die Musik lässt sich als klassischer Hardcore klassifizieren mit deutlichen Hang zum Screamo, ohne jedoch wiederverwertet oder abgedroschen zu wirken.

Weiter machen, Jungs! Da geht was!

 

An dieser Stelle auch noch ein kleiner Aufruf der Band an die Welt da draußen:

Momentan suchen Skies Collapse einen neuen [edit 13.02.2012]  Bassisten Gitarristen [edit end] aus der Region München, der ordentlich Bock auf dröhnenden Hardcore besitzt.

 

Einfach auf der Facebook Präsenz der Band melden:

Skies Collapse @ Facebook

 

Gravity Lost

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Gravity Lost bewegt sich irgendwo im Dunstschatten diverser Genres. Während der eine Song noch zum fröhlichen headbangen inspiriert, geht es anschließend schon wieder deutlich punkiger zu und tendiert eher zum Violent Dancing. Genauso finden sich Elemente weiterer Musikstile wieder, die den Sound von Gravity Lost gekonnt bereichern.

Sänger Elias gab dabei alles, was seine Stimme vermochte zu leisten und das war eine ganze Menge! Trotzdem sah das Feierwerk immer noch etwas leer aus und auch die vorderen Reihen näherten sich nur schüchtern der Bühne. Immerhin ein Aufruf von Elisa, doch endlich mal nach vorne zu kommen brachte den Stein so langsam ins Rollen. Manchmal muss man eben etwas nachhelfen.

Gravity Lost machten dabei einen sehr guten Eindruck und ratterten ihr Programm mit einer ordentlichen Portion Energie runter. Damit reihte man sich perfekt und auch nahtlos in die Hardcore Reihe des Abends ein.

Auf Facebook sind einige Songs sowie Videos verfügbar:

Gravity Lost @ Facebook

 

Pathways

_DSC0048_webDie Truppe Pathways war eindeutig für den melodischen Part zuständig. Mittlerweile füllte sich das Feierwerk auch nochmal merklich. Aber auch beim dritten Konzert des Abends wollten sich die vorderen Reihen nur sehr langsam füllen. Kein Problem, wird der Platz eben wieder für die Band selbst genutzt. So huschte auch Sänger Marco, wie seine Kollegen der Vorbands, durch die Gegend. Dabei jedoch deutlich weniger emotional und mit einem latenten Drang zum Violent Dancing.

Dabei durften auch so einige spontane Gastsänger aus dem Publikum ihre Stimme zum Besten geben und mal ordentlich ins Mikrofon abscreamen. Überhaupt besitzen Pathways eine große Headbang-Kompatibilität dank der melodischen Elemente in den Songs, sodass auch mal kräftig der Schädel geschwungen werden konnte.

Nettes Detail am Rande: Marco ist auch auf der neuen Scheibe der Marshmelones als Gastsänger am Start und unterstützt diese bei zwei Songs.

Gefühlt war der Auftritt von Pathways der kürzeste, was aber wohl nicht ganz der Realität entsprechen dürfte. Aber das ist im Grunde auch egal, den was bleibt ist das Wissen über eine weitere gute Münchner Band aus der Core-Ecke.

In den nächsten Wochen stehen weitere Gigs in Deutschland und gar der Schweiz und Österreich an. Es lohnt sich!

Pathways sind auch im Internet zu finden und bieten ein paar Samples zum reinhören an:

Pathways @ Facebook

 

Setlist

1. Heart Grenade

2. Sudden Deafness

3. Pathfinder

4. Simon Red

5. Stockholm Syndrome

6. Promnight Dumster Baby

 

Marshmelones

_DSC0128_webDen Abschluss machten die Gastgeber von Marshmelones, die den Abend auch selbst organisierten und planten. Das neue Werk “Smile and Die” steht für den Spagat zwischen guter Laune Musik und dem negativen, tiefschwarzen Elementen im Sound. So empfinden dies zumindest die Fans der Band und das neue Album trägt dieser Impression Rechnung.

Die Melones haben uns erst vor wenigen Wochen im Backstage überzeugen können als Vorgruppe von Marionette und Dead by April. Klar, das man die CD-Release Party dick im Kalender markieren musste. Aber auch die Jungs war die gute Stimmung sofort anzumerken.

Gespielt wurde dabei alles, was das Repertoire herzugeben schien inkl. der gesamten  Tracklist von “Smile and Day”. Bei den beiden Songs “New Look, Same Slut” und “Smile and Die” kam auch Gastsänger Marco von den Pathways erneut auf die Bühne um Kle beim Gesang zu unterstützen. Dieser war besonders gut gelaunt und verabschiedete sich doch diverse male ins Publikum um dort die Meute etwas aufzurühren. Den Melones war der Stolz sichtlich anzumerken – und das völlig zurecht. “Smile and Die” ist auch eine abwechslungsreiche Scheibe mit den Hardcore-Elementen als Grundgerüst und jeder Menge eigener Ideen und Kreationen.

_DSC0302_webNicht mehr ganz zuzuordnen, müsst es bei den Marshmelones gewesen sein, als sogar ein kleiner Circle Pit seine Kreise drehte. Dabei beschäftigte man sich eindeutig mit der “Die”-Komponente im eigenen Musikstil.

Kaum zu glauben, das die Münchner Formation erst seit dem Jahr 2011 am Start ist. Hier wurde viel innerhalb kürzester Zeit geleistet.

Kle gab nach dem Auftritt noch einen kurzen Einblick ins Leben junger Musikanten in München. So ist es wenn es hoch kommt ein finanzielles Nullsummenspiel. Eine Aussage die absolut überzeugend wirkt. Alle Bands an diesem Band standen zweifelsfrei der Musik wegen auf der Bühne. Mehr Authentizität geht nicht. So würden die Melones sich niemals anpassen nur um irgendwelche Stereotypen zu entsprechen und womöglich größeren Erfolg zu generieren. Aber das ist auch nicht immer einfach, besonders in einer Stadt wie München, in welcher der Hardcore/Metal-Bereich nicht unbedingt die höchste Priorität genießt. Man muss sich nur das Elend des Backstages und dem Ärger mit Stadt und Bahn ansehen.

Nach dem Auftritt leerte sich das Feierwerk auch schon wieder, war es doch schon kurz vor 1 Uhr. Ein paar blieben noch etwas länger um noch mit den Bands abzuhängen und den Abend langsam ausklingen zu lassen.

Weitere Infos zur Band wie Gigs, Songproben online und weiteres gibt’s hier:

Marshmelones @ Facebok

 

Setlist

1. Riff Raff

2. Leaving

3. 8-Bit Intro

4. Slipping

5. Tell My Stories

6. Powerplay

7. New Look, Same Slut

8. Smile and Die

9. Yonica

10. Castlevania

11. Nightmare

12. Bro’s before Hoes

 

Weitere Fotos des Abends:

Fotograf: Marcel Strobel

3 Kommentare zu „Konzertbericht: Skies Collapse, Gravity Lost, Pathways und Marshmelones im Feierwerk (München) am 11.02.2012“

  • Max / Skies Collapse:

    Hallo Ihr!!
    Wahnsinns Kritik, vielen Dank dafür!!! Aber ein kleiner Punkt ist falsch, wir suchen einen Gitarristen, keinen Bassisten! Aber trotzdem vielen Danke!!
    Bis dahin!!!

  • Neotopia:

    Ist korrigiert, danke für den Hinweis!

  • [...] Die Münchner Hardcore Band Marshmelones präsentiert ihre erste Veröffentlichung. Der Erstling hört auf den Namen “Smile And Die” und reiht sich irgendwo zwischen Longplayer und EP ein. Mit einer Laufzeit von nur 21 Minuten ist das Werk zwar noch etwas kurz, aber für eine erste professionelle Veröffentlichung absolut akzeptabel. Zumindest Live hat uns die Band schon mehrfach überzeugen können (hier und hier). [...]

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