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Doom Shall Rise Festival
21. Juni 2011 - Martin

Festivalbericht: Wave Gotik Treffen in Leipzig 2011 #2

image thumb4 Festivalbericht: Wave Gotik Treffen in Leipzig 2011 #2

Dies ist der zweite Teil des WGT 2011 Festivalberichts – die anderen Teile findest du am Endes des Artikels.

Knapp eine Woche ist es nun her, das eines der bedeutendsten Festivals innerhalb der schwarzen Szene vorüber ist. Das Wave Gotik Treffen (kurz WGT) in Leipzig zieht über Pfingsten seit nun mehr als 20 Jahren Tausende von Besuchern an. Dieses Jahr fand nun schließlich die Jubiläums Ausgabe anlässlich des 20. WGT statt. Dies beinhaltete einen zusätzlichen Festivaltag am Donnerstag, welcher komplett den Wurzeln des Treffens gewidmet wurde.

Lest hier nun den zweiten Teilen unseres Festivalberichts des diesjährigen Wave Gotik Treffens.


Samstag

Auch der Samstagmorgen stand vollkommen im Zeichen der Sonne. Bereits ab 9 Uhr war es nahezu unerträglich weiter im Zelt zu verharren. Immerhin war man zu diesem Zeitpunkt schon weit genug ausgeschlafen um den Tag beginnen zu lassen. Also eine Tube Sonnenschutzmittel auf die Haut geklatscht und sofort auf die nächste Straßenbahn gesprungen. Dies war die 31er. Diese Linie sollte uns in den nächsten Minuten komplett überfordern. Statt zum Connewitzer Kreuz und weiter Richtung Hauptbahnhof fuhr das Teil irgendwo ins Outback. War das die letzten Jahre identisch? Auf jeden fall stiegen wir letztlich panisch irgendwo aus und warteten auf die nächste Tram, die uns zurückführen sollte in bekannte Gefilde. Die Ernüchterung, dass die Bahn am Ende auch wieder am Bahnhof landet, sollte später für ordentlich Frust sorgen. Nach einem kurzen Snack beim Subway ging es weiter Richtung Einkaufsstraße. Lustige Läden wie “Gothic und Schach” boten allerlei Accessoires für den Goth von Heute. Viel Kitsch und noch mehr überflüssiges Zeug – wollt ihr einen Regenschirm für nur 10 Euro kaufen? Nee, Danke – gab’s zumindest ein paar interessante Parfüms. Die Duftrichtungen “Nosferatu” und “Schwarzes Pfingsten” hatten meine Cousine völlig in den Bann gezogen. Gerüchteweise sollte es früher sogar eine Ausgabe “Moder” gegeben haben, welche jedoch aufgrund einer zu geringen Nachfrage eingestellt wurde.

Gegen 4 Uhr Nachmittags fing es dann gar zu regnen an. Endlich möchte man sagen. Ein sehr angenehmes Gefühl auf der Haut und entspannend erfrischend. Leider sollte dieses “Geschenk” nur wenige Minuten anhalten. Hilft also alles nichts, wir mussten weiter zur nächsten Station. Dies sollte die “Alte Messe” sein an den Tierkliniken. Es kommt, wie es kommen musste, wir brauchten die 31er Linie – here we go again. Auf uns wartenden Lake of Tears und Tiamat. Dornenreich hätte theoretisch auch noch dazu gehört, dies ging sich leider zeitlich nicht mehr aus. Lake of Tears zeigten Ihrerseits eine wunderbare Doom Performance. Schwerfälliger, langsamer Sound mit einer Stimme voller Todessehnsucht. Die Schweden spielten auch einige Songs vom neuem Album “Illwill” (unser Review dazu), genauso wie viele ältere Stücke.

Danach folgte mit Tiamat die Ausnahmeband der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Johan Edlund und seine Truppe boten eine altbekannte Setlist, die Klassiker enthielt wie “Children of the Underworld”, “Cain”, “Whatever That Hurts”, “Vote For Love”, “Cold Seed” und natürlich als Zugabe noch “The Sleeping Beauty” und “Gaia”. Eine unglaubliche Show, die der im letzten Dezember in München in nichts nachsteht. Berauscht von diesen beiden Konzerten ging es auf den schnellsten Weg zurück zum Zeltplatz. Dort traf man sich wiederrum mit den bekannten Schweden und Schweizern um ein paar Liter Getränk zu vernichten. Den die Schweden… “they know how to drink”. Selbstüberzeugt von dieser Aussage waren es auch eben jene die als erstes zu Boden gingen.

Gegen drei Uhr ging es also wieder zurück zum eigenen Zelt, respektive davor noch schnell zum Zähne putzen an der mobilen Waschanlage. Dort wartete mittlerweile schon ein kleines Kunstwerk. Die Absperrungen zierte der Schriftzug des WGT’s. Kreiert aus leerem Dosenbier. Urheber dieser Kreation waren einige Leipziger, die direkt am Zaun hausten. Sehr schick und vor allem sehr ehrgeizig. Den zu diesem Zeitpunkt fehlten noch die Worte “Treffen”, sowie die komplette Jahreszahl “2011”. Aber immerhin waren ja noch zwei Tage Zeit für den Rest und auch wir halfen jeweils mit einer Dose aus.

Sonntag

Wann stehen wir den heute auf? Wie wär’s mal wieder mit 8 Uhr. Genauso gut hätten wir gegen die nächste Wand laufen können. Ganz klar waren wir sowieso nicht mehr im Kopf, den der Schlafmangel machte sich nun bereits deutlich bemerkbar. Zum Essen wählten wir indes bekanntes Terrain und gingen wieder ins “Waldi”, das einen wunderbaren Kontrast zum Zelt bietet: kühl, gemütlich und nahrhaft. Die Gelegenheit, sich in der Zivilisation zu befinden, wurde auch sogleich genutzt um das Handy aufzuladen. Dies zog jedoch einen Zwangsaufenthalt nach sich, bis der Akku voll war. Danach war bereits fest eingeplant, den Alten Johannisfriedhof zu besuchen. Die Anreise zu Diesem beinhaltete noch einen kleinen Moment purer Peinlichkeit. Die passende Tram war sehr voll und um die Uhrzeit quälten sich wohl nur die Einheimischen durch die Stadt. Passenderweise lauschten wir einem Gespräch, welches sich dem Thema verschrieb, warum ich den gar so stinke. Nachdem wir das Thema selbst aufgriffen, hörte man nichts mehr von den anderen Mitreisenden – diese waren peinlich berührt. Entschuldigung an dieser Stelle an die Stadt Leipzig, das es mir nicht möglich war, zu jeder Zeit nach Rosenduft zu riechen! Immerhin der Friedhof sollte mich so nehmen, wie ich war – ein angenehmer Gedanke.

Der Johannisfriedhof stammt aus der Zeit des 12. Jahrhunderts und sieht dementsprechend aus. Die Bauwerke sind kaum noch zu identifizieren und noch mehr Gräber sind einfach nicht mehr existent. Im Vergleich zum zweiten großen Friedhof in Leipzig, dem Südfriedhof, kann dieser leider nicht ganz mithalten. Daher wird nächstes Jahr auch wieder der Südfriedhof, mit seiner waldähnlichen Struktur, besucht. Immerhin gab es genügend Platz und so legten wir uns für ein Stündchen auf die weitflächigen Wiesen des Areals. Ein kleines Nickerchen auf dem Friedhof – eine wunderbare Idee.

Mittlerweile war es auch schon wieder 19 Uhr und so suchten wir diverse Lokalitäten auf, die eine interessante Party versprachen. Zuerst ging es in die Moritzbastei, die wie gewohnt mit EBM aufwartete. Nach zwei Stunden und drei Cocktails fuhren wir weiter ins Werk II, das mit seiner bekannten “When we were Young”-Party aufwartete. Dort war es auch nicht ganz so überfüllt, wie noch in der Bastei. Es folgten wieder etliche Cocktails und der Zeiger stand bereits auf 2 Uhr. Zurück zum Zelt. Während der Wartezeit auf die Straßenbahn ergab sich noch ein lustiger Plausch mit ein paar Leipzigern, denen wir davon berichteten, wie uns ein Türke mit seinen Pizzen abgezogen hatte. Diesem gab ich 20 Euro für 2 Pizzen und beharrte darauf, es wäre nur ein 10er gewesen. So kann man natürlich auch seinen Nutzen aus einer Veranstaltung ziehen, die nur einmal jährlich stattfindet.

Diesmal endete der Tag bereits um 3 Uhr. Auf in den letzten Festivaltag.

Alle Teile des Festivalberichts:

1. Teil: Anreise, Donnerstag und Freitag (20.06.2011)

2. Teil: Samstag und Sonntag (21.06.2011)

3. Teil: Montag und Abreise (22.06.2011)





Martin

Martin
Metal dient mehr als nur zur reinen Beschallung und bereichert mein Leben in sämtlichen Facetten. Besonders häufig bin ich auf Konzerten in München und Festivals im ganzen Land anzutreffen. Neben der Musik fesselt mich eine große Leidenschaft zur Filmkunst - wodurch auch die zahlreichen Filmkritiken auf der Webseite erklärt wären.
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2 Kommentare auf “Festivalbericht: Wave Gotik Treffen in Leipzig 2011 #2”

  1. Festivalbericht: Wave Gotik Treffen in Leipzig 2011 #1 | Disctopia Metalblog sagt:
    25. August 2011 um 11:31

    [...] 2. Teil: Samstag und Sonntag (21.06.2011) [...]

    Antworten
  2. Festivalbericht: Wave Gotik Treffen in Leipzig 2011 #3 | Disctopia Metalblog sagt:
    25. August 2011 um 11:31

    [...] 2. Teil: Samstag und Sonntag (21.06.2011) [...]

    Antworten

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