Dies ist der dritte Teil des WGT 2011 Festivalberichts – die anderen Teile findest du am Endes des Artikels.
Knapp eine Woche ist es nun her, das eines der bedeutendsten Festivals innerhalb der schwarzen Szene vorüber ist. Das Wave Gotik Treffen (kurz WGT) in Leipzig zieht über Pfingsten seit nun mehr als 20 Jahren Tausende von Besuchern an. Dieses Jahr fand nun schließlich die Jubiläums Ausgabe anlässlich des 20. WGT statt. Dies beinhaltete einen zusätzlichen Festivaltag am Donnerstag, welcher komplett den Wurzeln des Treffens gewidmet wurde.
Lest hier nun den dritten Teilen unseres Festivalberichts des diesjährigen Wave Gotik Treffens.
Montag
Letzter Festivaltag. Eine gewisse Melancholie breitet sich über dem Campgelände aus. Auch die frühe Abreise einiger Besucher vermag es nicht dieses Gefühl zu zerstreuen. Auf jeden fall fängt der Tag wieder um 8 Uhr für uns an. Dies bietet natürlich eine gewisse Regelmäßigkeit mittlerweile. Zum Frühstück entschieden wir uns für den Seniorenteller des vegetarischen Standes, zusammen mit einem wunderbaren Chai-Tee. Mein Hals dankte mir dies sehr.
Ein kurzer Blick in die AGRA Halle und dem darin veranstalteten Markt sorgte dafür, die Must-Does erledigt zu haben. Man kauft zwar letztlich nichts dort, aber zumindest einmal während des Festivals sollte man sich die einzelnen Stände anschauen. Danach wurden abermals die Schweden auf der anderen Seite des Camps besucht, bevor es weiter ging in die Innenstadt. Im Cinestar – Kino seines Zeichens – fand eine wunderbare Lesung eines meiner Lieblingskünstler statt. Sascha Blach gab Einblicke in sein Buch “Trümmerpfad zur Transzendenz”, sowie einiger lyrischer Kurzgeschichten zu den Songs des neuen Albums “Geysterstunde I” seiner Band Eden Weint Im Grab. Eine Stunde in einem großen Kinosaal nur mit einem Stuhl unterhalb der Leinwand und einem Mikro eingerichtet. Eine sehr ungewohnte Dekoration. Sascha Blach bot dabei ein sehr gelungene Lesung mit viel Emotionen und sehr interessanten Geschichten. Immerhin eine Lesung konnten wir damit mitnehmen, geplant waren definitiv mehr.
Auf dem Weg zum Subway durften wir gar noch einer Demonstration beiwohnen. Die Linken (so munkelte man) demonstrierten, respektive wollten ein Ereignis ins Gedächtnis rufen, und die Einwohner nochmals daran erinnern. Abgesichert wurde diese Demo mit etwa 200 Teilnehmern mit sehr präsenten Polizeiaufgebot. Man weiß ja nie, was so passieren könnte. Am Ende der Schlange schienen auch ein paar Passanten und Festivalbesucher sich mit eingeschlichen zu haben – Fahrräder und viel schwarz wurde sichtbar.
Anschließend ging es gleich weiter in die “Alte Messe” zu ein paar Elektro-Konzerten. Per Zufall durften wir das Konzert von “Project Noise Experience” verfolgen. Psychedelischer Elektrosound. Selbst für einen überzeugten Metaller sehr angenehm zu konsumieren. Zumindest einmal im Jahr darf man die Scheuklappen ablegen und anderen Künsten lauschen. Dies stellte auch den Abschluss des diesjährigen WGTs für uns dar. Den danach folgte nur noch ein frühes schlafen gehen und das schlimmste auf jeden Festival: die Abreise. Gegen 9 Uhr fuhren wir aus Leipzig raus und kamen wieder exakt 4 Stunden später in München an.
Kommentar
Es dauerte einige Tage, bis sich die Lethargie legte und sich die Gewissheit ausbreitete, das der Alltag einen wieder gewonnen hatte. Erneut holte die Realität uns ein. Jetzt heißt es wieder 1 Jahr warten, bis zur 21ten Ausgabe des Wave Gotik Treffen.
Vielleicht noch ein interessanter Aspekt zum Abschluss: Im Vergleich zu den letzten Jahren wurde sofort sichtbar, das es deutlich weniger Cyber-Goths waren, die das Fest besuchten. Entweder hat der Trend des plüschigen Outfits und der lustigen, rosa Haare seinen Zenit überschritten oder diejenigen finden das WGT nicht mehr im gleichen Maße interessant, wie in den Jahren zuvor. Sei’s drum – mir gefiel diese Entwicklung ausgesprochen gut, den schwarz ist immer noch die schönste aller Farben.
Alle Teile des Festivalberichts:
1. Teil: Anreise, Donnerstag und Freitag (20.06.2011)
2. Teil: Samstag und Sonntag (21.06.2011)
3. Teil: Montag und Abreise (22.06.2011)



