Blutengel
Monument
- Genre:Anderes
- Subgenre:Gothic
- Laufzeit:1:28:04
- VÖ:15. February 2013
- Label:Out Of Line Records
- Webseite:zur Webseite
Heute machen wir mal einen radikalen Ausflug in die poppige Gothic Welt. Einmal im Jahr kann man schon mal ein BLUTENGEL Artikel vertragen. Und so trifft es diesmal das neue Album “Monument”. Verantwortlich zeichnet sich wie immer Frontsänger und Hauptprotagonist Chris Pohl, sowie Ulrike Goldmann. Hat die Band damit nun endlich einen stabilen Aggregationszustand angenommen? Ungewiss. In den letzten Jahren wurden diverse talentierte und nicht ganz so talentierte Künstlerinnen an der Seite von Herrn Pohl verschliessen.
Zwar ist der exakte Einfluss auf die jeweiligen Alben nicht eindeutig zu bestimmen. Dennoch bin ich der Ansicht, das die Qualität leider abnahm in den letzten Jahren. Vielleicht hat sich das musikalische Konzept der Band aber auch einfach nur selbst überlebt.
“Monument” verdient sich den Namen “Longplayer” ohne Zweifel. Mehr als 90 Minuten düddelt die Bonus Edition vor sich hin. Auffälligstes Merkmal ist die zunehmende Vereinfachung der Strukturen. Fast scheint es, als wäre das Album mehr aus einer Pflicht heraus, den aus künstlerischen Motiven, entstanden.
![[Future Pop] Blutengel Monument photo 6203 [Future Pop] Blutengel Monument](http://i2.wp.com/disctopia.de/wp-content/uploads/2013/02/6203.jpg?resize=180%2C174)
Zwar experementieren die beiden Mitglieder durchaus. So wurde bei “All These Lies” mal ein kleines Dubstep-Intermezzo eingebaut. Leider wurde jedoch vergessen, auch darauf zu achten, ob dies überhaupt in den musikalischen Kontext des Songs passt. So fehlt nicht nur Harmonie, sondern der komplette Songs wirkt unruhig und wechselhaft.
Das größte Problem von “Monument” stellt die fehlende Atmosphäre dar. Während ältere Alben wie “Demon Kiss” und “Angel Dust” noch mit emotionalen und ruhigen Balladen aufwarten konnten, sind solche kleinen Werke kaum noch zu finden. Dieser Prozess ist nicht erst seit “Schwarzes Eis” zu beobachten, doch verstärkte sich abermals. “I Am” kommt dieser von Sehnsucht getränkten Stimmung noch am nähesten und gehört für mich persönlich zu den Pluspunkten des Werkes.
Zwar tümmeln sich noch so einige weitere Songs, welche sich aus dem Dickicht der beliebigen 0815-Elektro-Nummer erheben können, doch muss man beinahe schon mit der Lupe hantieren um diese zu entdecken.
Einer davon ist “Uns Gehört die Nacht”. Chorartiger Einstieg untermalt mit einem dezenten Saiteninstrument, gefolgt vom plötzlich elektronisch dominierten Standardbeat. Chris Pohl gelingt es gesanglich dieses kleine Defizit in der Instrumentierung auszugleichen und wird im Chorus von Ulrike tatkräftig unterstützt. Bekanntes Schema, gelungene Ausarbeitung.
Auch der Titeltrack “Monument” entfesselt Träume und Fantasien im Innersten mit einer harmonischen Melodie, wie aus einer fernen Welt. Würde sich sicherlich auch gut als Soundtrack zu einem Film machen. Schöne Nummer.
Dazwischen herrscht große Ideenlosig- und Beliebigkeit. Womöglich wäre es ratsam gewesen, die Special Edition mit 22 Songs zu streichen und die besten zehn Songs davon als herkömmliches Album zu veröffentlichen. Dann, und nur dann, wäre “Monument” ein äußerst starkes Album geworden – im Bereich der 7 oder 8 Punkte um das ganze zu quantifizieren. Doch so kann es nicht an ältere Veröffentlichungen heranreichen und muss sich mit einer durchschnittlichen Qualität zufrieden geben.





