Head Of The Demon
Head Of The Demon
- Genre:Doom Metal
- Subgenre:Stoner Doom Metal
- Laufzeit:51:01
- VÖ:22. January 2013
- Label:The Ajna Offensive
- Webseite:zur Webseite
Der Versuch, das Debütalbum der Band HEAD OF THE DEMON vorzustellen, muss zwangsläufig etwas verschwörerisch wirken. Von namenlosen Mitgliedern bekannter Bands ist beim Label die Rede, wenn es um die Identität der beteiligten Musiker geht. Nur dass es ein paar Schweden sein sollen, lässt sich aus den spärlichen Informationen herauslesen. Für alle, die sich das kleine Mysterium bewahren möchten, gilt im letzten Absatz des Reviews Spoiler-Alarm.
Rein musikalisch geht es bei diesem Projekt um Doom Metal. Über die meiste Zeit der sechs Songs hinweg bleiben HEAD OF THE DEMON puristisch und kommen mit der einfachen Besetzung von Drums, Gitarre, Bass und Vocals aus. Nur gelegentlich kommen einige Keyboard-Passagen ins Spiel. So weit so bodenständig.
Mit Vergleichen zu anderen Band komme ich trotzdem sehr schnell ins Schwimmen. Dafür ist der Stil zu eigenwillig und bemerkenswert. Ich will mich der Sache mit einem vielleicht gewagten Vergleich nähern. Stellt euch einmal vor, man hätte den Jungs von ELECTRIC WIZARD kurzerhand die ganze Wagenladung an Drogen weggenommen, die bei ihnen in der Luft liegt. Das Chaos geht zurück, die Geschwindigkeit zieht leicht an und die Stimmung verfinstert sich.
An ungefähr dieser Stelle holen HEAD OF THE DEMON den Hörer ab: In einem Niemandsland zwischen Doom Metal, Stoner Rock und Depressionen. Hier schreiben sie Songs, die ziellos zu wandern scheinen, sich kaum von der Stelle bewegen und dabei einen hypnotischen Sog aufbauen. Von traditionellen Songstrukturen haben sich die Schweden weitgehend verabschiedet. Sie lassen geschehen, wohin auch immer der Fluss der Musik den Song treibt. Und dafür lassen sie sich bei einzelnen Tracks auch schon einmal über acht oder neun Minuten Zeit.
Was die HEAD OF THE DEMON abliefern, verströmt im einen Moment die Lebensfeindlichkeit einer skandinavischen Polarnacht, und greift im nächsten Augenblick auf Harmonien mit orientalischem Einschlag zurück. Die seltenen Vocals bringen dann den wirklich dämonischen Touch hinein. Und auch wenn die Musik kaum danach klingt, liegt doch die ganze Zeit über Black Metal in der Luft.
Trotz einer Spielzeit von über 50 Minuten reißt die Spannung an kaum einer Stelle ab. Das ist wirklich erstaunlich, weil HEAD OF THE DEMON bei ihrer Musik mit sehr wenigen Variationen arbeiten. Man kann das als sicheres Zeichen dafür werten, dass sie eine großartige Mischung gefunden haben.
Was jetzt noch fehlt, ist der aktuelle Online-Tratsch für alle, die doch gerne wissen wollen, wer dieses Meisterstück eingespielt hat. Denn das Geheimnis um die Identität der Musiker scheint bereits teilweise gelüftet zu sein.
Zumindest die Namen von zwei Bandmitgliedern kursieren im Netz. Wie viele sonst noch beteiligt sind, lässt sich nur vermuten. Es soll sich angeblich um Thomas Aberg und Konstantin Papavassiliou handeln, die vorher gemeinsam bei A MIND CONFUSED, GODS OF GRIEF und KAAMOS aktiv waren. Klingt nicht mehr ganz so spektakulär, wie es anfangs schien. Oder liegt das bloß an mir?



